Die Wende

Ich fühle mich nutzlos, treibe auf einem Floss.

Ich bin mitten im Meer, finde es unfair.

Ich kann an kein Ufer, bin ein hilfloser Sucher.

Ich weiß nicht, wonach ich mich soll richten,

kann nirgends etwas sichten.

Ich bin ganz allein, auch wenn ich tu schrein.

Niemand kommt, um mich zu retten, darauf kann ich wetten.

Ich bin auf mich gestellt, hab nur den Fisch, der sich zu mir gesellt.

Also tu ich ihm folgen, er ist so schön golden.

Aber bald wird er mich verlassen,

da ich jetzt auf mich selbst kann aufpassen.

Er hat mir Hilfe gegeben, nun kann ich wieder leben.

 

(2012)

Ich kann mich nicht entspannen, bin gefangen in den Flamen.

Ich kann nicht herunterfahren, keine Energie sparen.

Ich kann mich nicht stillhalten, die Serviette nicht falten.

Ich kann es nicht tun, obwohl ich mich möchte ausruhen.

Ich bin immer auf „on“, kann mich nicht nennen „von“.

Ich möchte eine Lösung finden, mich nicht vor Unruhe winden.

Doch das wird noch eine Zeit dauern,

in der ich anfangen könnte zu bauen.

Ich muss das Beste machen aus meiner Situation

und starten die Aktion.

Ich versuche es jeden Tag, da zu liegen grad.

Irgendwann wird es mir gelingen und ich kann wieder singen.

(2012)

So lange habe ich schon kein Glück mehr empfunden,

es ist her ewige Stunden.

Ich war völlig am Ende, doch dann kam die Wende.

Ich hatte das Gefühl zu versagen,

am falschen Ort zu graben.

Doch jetzt empfinde ich Freude,

bin nicht länger die Beute.

Ich habe wieder schöne Träume

und sie wachsen, die Bäume.

Ich will all diese guten Gefühle aufsaugen,

dann kann sie niemand mehr rauben.

Ich will sie festhalten,

sie lassen sich nicht mehr spalten.

Ich werde sie im Herzen speichern,

so können sie nicht mehr weichen.

Wenn mich mal wieder die Trauer packt,

nehme ich sie hervor, die Fracht.

So wird sich die Trauer beheben

und es legt sich, das Beben.

 

(2012)