Schattengedanken

Ich habe ein Geheimnis, dafür gibt’s kein Verzeichnis.

Ich will’s verstecken, auf keinen Fall wecken,

weil ich die Veränderung scheue, zerplatzen könnten die Träume.

Ich habe Angst davor, was aus mir wird,

möchte nicht die sein, die allein ist und friert.

Doch könnt es auch sein, dass es gar nicht muss sein geheim?

Oder tun mich die Dinge nur verwirren,

weil ich mich noch nicht kann anschirren?

Ist einfach nur zu viel geschehen? Ist es nur ein Versehen?

Oder ist es doch tief in mir drin

und ich muss mir eingestehen, dass ich das bin?

Nur eines ist klar, dass ich herausfinden will, was ist wahr.

 

(2012)

Ich kann’s niemandem sagen, will nicht danach graben.

Doch es tut an mir zerren, den Weg versperren.

Ich denke daran immer wieder,

besonders bevor ich schließe die Lider.

Ich bin nicht sicher, warum es immer mehr auftaucht,

so viel Energie braucht.

Ich nehme an, dass ich’s nur erraten kann.

Da ich vermehrt daran denke, sehe ich wohl nicht alle Geschenke.

Aber diese Ungewissheit zerrt an meinem Glauben

und tut mir Kraft rauben.

Sie macht mich traurig und einsam,

lässt mich verkriechen vor Scham.

Ich hoffe, dass sich bald ein Licht auftut und ich kann sehen die Glut.

 

(2012)

Befrei dich von der Last, dann wird enden die Nacht.

Die Sonne wird aufgehen, du kannst endlich wieder klarsehen.

Du wirst merken, dass sich einzukerkern,

nichts wird bringen, da dir so nichts kann gelingen.

Erzähle von deinem Schatten, leg dich dann auf die Matten

und hör einfach hin, was der andere sieht darin.

Dann wird alles ganz leicht, weil der andere dich wieder erreicht.

(2012)